Unter dem Dach des Meidericher Bürgervereins von 1905 e.V. will sich die „Hahnenfeder“ jetzt breiter aufstellen.

 

Die „Meidericher Schreibwerkstatt“ soll zu einer „Meidericher Geschichts- und Schreibwerkstatt“ werden.  

 

Es gibt eine Reihe Meidericher*innen, die an der Geschichte unseres Stadtteils interessiert sind und ihn weiter erforschen wollen. Das Interesse erstreckt sich über alle Generationen. Auch in Meidericher Schulen wird stadtteilgeschichtlich gearbeitet. Werkstatttreffen, z. B. in der Geschäftsstelle des Meidericher Bürgervereins am Haferacker, sind vorstellbar.

Unter den Geschichtsinteressierten sind auch immer wieder Schreiblustige, die ihre Geschichte(n) aus dem alten Meiderich zu Papier bringen. Im Rahmen der  Lesungen der „Hahnenfeder“ und deren Buchreihe „Damals in Meiderich – Geschichten von gestern“ sollen sie jetzt verstärkt Gelegenheit finden, ihre Texte  zu veröffentlichen.

Interessierte wenden sich an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  oder 0203 443100 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Hahnenfeder

 

Hahnenfeder-Lesung im Seniorenkreis!

 

Hahnenfeder 220323

 

Foto: Im Hintergrund die Hahnenfedern Helmut Willmeroth (links) und Dieter Lesemann (Quelle: Hahnenfeder)

 

Auf immerhin 28 Lesungen brachte es die Meidericher Schreibwerkstatt „Hahnenfeder“ seit ihrer Gründung im Jahre 2015. Dann riss – coronabedingt – der Faden. Erst im Sommer des letzten Jahres konnte er bei einer Freiluft-Lesung auf dem Minigolfplatz im Meidericher Stadtpark wieder aufgenommen werden. Eine Einladung zum „Seniorenkreis Hagenshof“ der Landeskirchlichen Gemeinschaft ermöglichte es jetzt, das kleine runde Jubiläum der 30. Lesung zu begehen.

Leider musste die „Hahnenfeder“ auf die erkrankten Werner Maistrak und Friedel Lubitz verzichten. Helmut Willmeroth und Dieter Lesemann gelang es wohl dennoch die etwa 40 Zuhörerinnen und Zuhörer gut zu unterhalten, wie den Reaktionen zu entnehmen war. Häufig gab es Anlass zum Schmunzeln, z.B. wenn der kleine Dieter und sein Freund Günter bei dem Versuch scheiterten, Tante Emma in Schiefbahn mit den Ballonrollern zu besuchen. Oder wenn Helmut Willmeroth von dem Fund eines sichergestellten Gebisses des Ehemanns einer Gottesdienstbesucherin erzählte, damit dieser nicht am Sonntagsbraten nascht.

Irgendwie waren Werner Maistrak und Friedel Lubitz aber doch dabei, denn schließlich kamen deren Texte zum Leben des ersten Meidericher Bürgermeisters Von der Mark (Maistrak) bzw. zu Hämorrhoiden auf Bezugsschein (Lubitz) auch zu Gehör.

 

 

 

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Zeitreise mit Rückfahrkarte

 

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Die GLS Treuhand in Bochum hat einen Link zu eine Wanderung durch die Bauernschaft Lösort, die Dieter Lesemann mit zwei ihrer Mitarbeiter unternommen hat, ins Netz gestellt hat.
Es ist spannend zu lesen - und vielleicht macht Dieter diese Spaziergänge demnächst auch für uns?!!!

 

https://gls-treuhand.de/aktuelles/2021/zeitreise-mit-rueckfahrkarte/

 

 

 

 

Es ist es geschafft: Helmut "Clemens" Willmeroth hat sein Buch "Meidericher Fußballgeschichten - Straßen- und Vereinsfußball in Meiderich seit 1950" vorgestellt!

 

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Er erzählt seine Geschichten aus drei Perspektiven: aus der des Vereinsfußballers (sein Stammverein war die DJK Lösort Meiderich), aus der des langjährigen Schiedsrichters in der Fußball-Schiedsrichtervereinigung Duisburg-Nord und nicht zuletzt aus der des glühenden MSV-Fans.

Als Fußballer, Schiedsrichter und langjähriger Verantwortlicher für den Bereich Schule-Kultur-Sport in der Bezirksverwaltung Meiderich-Beeck war er auch an unzähligen Freundschafts- und „Jux“-Spielen beteiligt, bei denen die Mannschaften mit Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport gespickt waren.

Das ergab genug Stoff für 54 Geschichten auf 150 Seiten (mit zahlreichen Abbildungen).

 

 

 

Vielen Dank an Clemens, dass du auch uns dein Buch gewidmet hast! Es ist uns eine Ehre!

 

Einen ausführlichen Artikel von Reiner Terhorst gibt es über folgenden Link:

 https://www.lokalkompass.de/duisburg/c-sport/helmut-willmerotheinmal-zebra-immer-zebra_a1662202

 

 

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Wir freuen uns über unser Freunde, die Hahnenfedern!

 

Hahnenfeder 2020 PK Band III KWMDie Hahnenfeder bei der Präsentation ihres dritten Bandes in der Kulturwerkstatt im Jahr 2020.

 

Als Gruß haben uns die vier Autoren eine Geschichte gesandt:

 

Die folgende Geschichte von Dieter Lesemann, nach Erinnerungen von Rosemarie Hanke, aus Band III der Reihe „Damals in Meiderich – Geschichten von gestern“ legen wir euch unter den Weihnachtsbaum.


Die Schiffe tuten noch.

Von meiner Geburt 1949 bis zum Jahre 1956 wohnen wir zur Untermiete auf der Schwabenruhrstraße in Meiderich. Es ist eng, denn wir haben nur zwei Zimmer: ein Schlafzimmer und eine Wohnküche.
Heute ist der 24. Dezember 1955. Ich hocke aufgeregt auf dem Rand des Ehebettes meiner Eltern und krame in der Zigarrenkiste mit meinen Glanzbildern. Ich entscheide mich für zwei wunderschöne Engel mit Glitter und lege sie auf das Kopfkissen meiner Mutter. ‚Wie auf einer Wolke’, denke ich.
Ich muss im Schlafzimmer sitzen, weil meine Eltern dabei sind, die Wohnküche zum Weihnachtszimmer zu schmücken. Ich bin gespannt, was wohl für mich unter dem Weihnachtsbaum liegen wird.
Es muss kurz vor sechs sein, denn endlich drückt sich meiner Mutter durch die sich öffnende Türe von der Wohnküche zu mir ins Schlafzimmer. Was jetzt kommt, kenne ich schon: Ich muss die Augen ganz fest zumachen und versprechen, dass ich nicht blinzele. Dann führt meine Mutter mich durch das Weihnachtszimmer auf unseren kleinen Balkon, wo schon mein Vater auf uns wartet. Im Hinausgehen zieht meine Mutter noch den Vorhang vor die Balkontüre.
Ich darf jetzt meine Augen öffnen, und unsere Blicke gehen in Richtung des Ruhrorter Hafens. Meine Mutter hat einen Arm um meine Hüfte, mein Vater seine linke Hand auf meine Schulter gelegt. Es ist natürlich schon dunkel. Ich schließe meine Augen einfach wieder. Und dann geht es auch schon los: Aus dem Hafen ist das Tuten vieler, vieler Schiffe zu hören. Jetzt muss es genau sechs Uhr sein. Die Binnenschiffer und ihre Familien ‚tuten’ den Heiligen Abend ‚ein’!
Es dauert eine Zeitlang, dann ist es plötzlich wieder ganz still auf unserem Balkon. Ich merke, dass ich immer noch meine Augen geschlossen habe. Jetzt öffne ich sie und drehe mich zur Balkontüre um, denn das Tuten ist mein Silberglöckchen. Durch den nicht ganz geschlossenen Vorhang sehe ich schon den hell erleuchteten Weihnachtsbaum.
1956 ziehen wir um in die Siegriedstraße. Auch dort haben wir einen Balkon und gehen weiterhin an jedem Heiligen Abend um kurz vor sechs hinaus. Die Augen muss ich jetzt nicht mehr schließen, tue es aber manchmal trotzdem und taste mich hinaus und lausche dem Tuten der Schiffe.
Als ich 1987 mit meiner Familie in das Haus meiner Eltern, die inzwischen verstorben waren, in die Siegfriedstraße zurückkomme, ist unsere Tochter Nina zehn Jahre alt. Mit ihr setzen wir die alte Tradition fort. Das Tuten ist inzwischen leiser geworden, aber es ist noch da.
Nach einigen wenigen Jahren aber verschwindet es völlig. Trotzdem gehen wir nach wie vor an jedem Heiligen Abend auf den Balkon. Inzwischen mit meiner Enkeltochter Karla. Sie hat die Augen geschlossen, und wir lauschen Richtung Ruhrort und hören die Schiffe nicht mehr tuten.
Nur, wenn es einen Augenblick ganz still ist, dann tuten sie noch in meiner Erinnerung …

 

Hahnenfeder